helga depping            ausstellung 2019

 

 

 

 

 

 Interview 

 

 

„Äußerungen, die von innen kommen“

 

 

 

 

 

Du nennst Deine Bilder Ikonen. Ist Dein Thema vor allem die Spiritualität?

 

H. D.: Ja, so ist es. Aber das Philosophische, Spirituelle findet sich überall in der Kunst, auch in der Landschaftsmalerei. Viele Künstler sind spirituell, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Das Spirituelle thematisch in den Mittelpunkt zu stellen, ist jedoch nicht so gängig. Es ist eine große Herausforderung und eine große Freude.

 

Wie ist Deine Arbeitsweise? 

 

H. D.: Am Anfang steht eine Idee. Oft folgt dann eine Phase, in der es hinten und vorne nicht passt und ich fast aufgeben möchte. Die ursprüngliche Idee erweist sich als undurchführbar, sie geht förmlich den Bach hinunter. Doch dann kann es sein, dass überraschend eine vollkommen andere, neue Möglichkeit auftaucht, und plötzlich geht das, was nicht ging, doch. 

 

Was bedeutet Malerei für Dich?

 

H. D.: Am ehesten würde ich diese Bilder als Äußerungen bezeichnen. Äußerungen, die von innen kommen. Da ist etwas, das heraus muss, und die Frage ist dann, wie es fixiert wird. Man muss sich ja ganz klar äußern. In einem Ikonenbild darf es keinen Leerlauf geben, und man kann z.B. für ein Bild wie „Die Quelle“ kein kleines Format wählen. Genauso ist es mit den Farben. Es muss stimmen. Unzulänglichkeiten gibt es natürlich immer, aber am Ende spielt das keine Rolle. Die Äußerung ist von mir als Mensch so ins Bild gefasst worden, und ich sage dann: So ist es geworden.